Instagram, TikTok, Twitter, LinkedIn, …. die Liste von sozialen Netzwerken auf denen für die Gute Sache geworben werden kann ist lang. Du hast bestimmt auch in einem oder mehreren Netzwerken einen Account und informierst dich dort. edudea ist auf keinem der großen Netzwerke zu finden. Wir würden sogar empfehlen dort keine Seite zu betreiben! Was unsere Gründe sind? Einerseits rechtliche Probleme und andererseits allgemeine Probleme mit Werbenetzwerken. Das erklären wir jetzt.

Ein Fuß im Gefängnis? Was?

Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass Schulen, Behörden und andere öffentliche Einrichtungen keine Seiten bei sozialen Netzwerken haben. Grund ist, dass die Daten der Besucher*innen nicht ausreichend geschützt sind. Wenn man eine Seite bei Facebook oder LinkedIn hat, muss man auch selbst festlegen können, wie die Daten der Besucher*innen verarbeitet werden. Es darf beispielsweise nicht einfach gespeichert werden, dass du die Facebook-Seite einer unbeliebten Partei besucht hast. Du müsstest erst zustimmen, dass Facebook und die Partei das wissen dürfen.

Facebook ermöglicht aber nicht, dass Seitenbetreiber die zu speichernden Daten auswählen können. Andere große soziale Netzwerke haben auch keine solche Einstellungsmöglichkeit. Im Gegenteil, Facebook speichert alle Daten über deinen Besuch: den genauen Zeitpunkt des Besuchs, auf welcher Seite du vorher warst, deinen Standort und noch vieles mehr. Rechtlich ist das ein Problem. Deshalb dürfen öffentliche Einrichtungen selbst keine Seiten betreiben. Und wir wollen das auch nicht!

Facebook und andere soziale Netzwerke verarbeiten also jede Menge Daten und arbeiten nicht (ausreichend) mit Seitenbetreibern zusammen. Wir sehen aber weitere Probleme.

Bist du bei Instagram, TikTok oder Twitter?

Warum bist du bei Instagram, TikTok oder Twitter? Du findest dort spannende Inhalte, genau! Erst vor kurzem hatte ich einen großen Schreckmoment. Während ich im Homeoffice arbeitete, hat es draußen sehr laut geknallt. Also richtig laut – es hörte sich nach einer Explosion oder einem Schuss an. Entsprechend angespannt war ich erst einmal. Aber ein kurzer Blick in Twitter hat mich schnell beruhigt. Es war lediglich ein Test eines Überschallflugzeugs… Puh. Das ist eine der Stärken von sozialen Netzwerken. Dort gibt es in kurzer Zeit Informationen über Ereignisse.

Zugleich findet man dort seriöse Nachrichtenseiten, Neues aus dem Freundeskreis oder von ehemaligen Kolleg*innen und noch so vieles mehr. Jeder trägt mit Beiträgen zur Attraktivität der Plattform bei. Es ist verlockend als Verein dort ebenfalls aufzutauchen und von der Menge an Personen zu profitieren.

Wir würden mit unseren Inhalten das Angebot aber eben auch bereichern. Das soziale Netzwerk lernt, dass du dich für unsere Themen interessiert. Jede deiner Interaktionen schärft das Wissen über deine Interessen. Werbung kann auf diese Weise gezielt für dich ausgespielt werden. Aber auch Parteien und Vereine können treffsicher Artikel für dich anzeigen und versuchen dich zu beeinflussen.

Es hat sich gezeigt, dass dieser Mechanismus ausgenutzt werden kann. Negativ aufgefallen ist dies beispielsweise bei der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA, bei zielgerichteten Falschinformationen beim Austritt Großbritanniens aus der EU oder bei manipulativer Werbung (Dark Ads) im deutschen Wahlkampf. Die Liste solcher Beispiele ist lang.

Die manipulativen Werbeanzeigen sind für Aussenstehende nicht kontrollierbar. Nur die Netzwerke wissen, wer bezahlte Anzeigen an wen ausgespielt hat. Wir erfahren darüber nur durch gute Recherche von Journalisten. Gleichzeitig können die Netzwerke natürlich auch bestimmten Parteien die Werbung verbieten. Alle Kontrolle liegt bei Facebook, LinkedIn und so weiter. Das bedeutet Macht. Diese Macht kann in den falschen Händen gefährlich sein. Wir wollen das nicht unterstützen.

Trotz dieser Probleme wollen wir über Neuigkeiten aus dem Verein, über spannende Termine, Veranstaltungen und über unsere Themen informieren.

Was ist die Alternative?

In einer rechtlichen Grauzone wollen wir uns nicht bewegen. Zudem ist uns wichtig, dass deine Daten geschützt sind – Unternehmen sollen sich daran nicht bereichern.

Überraschung! Eine Alternative ist direkt vor deiner Nase. Wir nutzen einen Blog auf unserer eigenen Webseite. Der Vorteil: Wir entscheiden, welche Informationen über dich gespeichert werden. Und so können wir entscheiden nichts Persönliches zu speichern. Die Reichweite ist dadurch natürlich recht eingeschränkt. Du könntest unseren Blog speichern und wirst beispielsweise per RSS-Feed über Neues informiert.

Und wie gewinnen wir neue Personen, wie vielleicht dich (?), für unseren Blog. Wir nutzen zwei Wege: einerseits erstellen unsere Mitglieder Beiträge in ihren Netzwerken mit Links zum Blog und andererseits nutzen wir soziale Netzwerke, die gute Absichten verfolgen.

Eventuell bist du über einen Beitrag von Nadine, Peter oder Roland hier gelandet? Das ist unser Kompromiss zwischen dem Einstehen für unsere Werte und unserem Interesse mehr Leute zu erreichen. Auch wenn wir nicht direkt in den (problematischen) sozialen Netzwerken präsent sind, steigern wir die Attraktivität mit unseren Inhalten. Die Abwägung zwischen den Themen muss jeder selbst treffen. Zumindest das anfangs angesprochene rechtliche Problem fällt weg. Wir betreiben schließlich keine eigene Seite auf bedenklichen Plattformen.

Daneben sind wir im Fediverse von Mastodon zu finden. Mastodon ist aktuell wegen der Probleme bei Twitter in aller Munde. Vergleichbar mit E-Mail, sucht man sich seinen Anbieter für das Fediverse einfach selbst aus. Wir haben uns für Digitalcourage e.V. entscheiden. Digitalcourage ist ein gemeinnütziger Verein und hat kein Interesse an den Daten der Nutzenden. Mit Personen anderer Anbieter können wir uns im gesamten Fediverse austauschen. Mastodon verhält sich sehr ähnlich wie Twitter. Wir können eigene Beiträge veröffentlichen, auf Events und Themen aufmerksam machen und Leute können uns folgen. Solche Netzwerke sollte es mehr geben!

Pass auf deine Daten auf!

Wir mussten unseren eigenen Weg gehen, wegen der rechtlichen Grauzone bei sozialen Netzwerken und deren problematischen Umgang mit Daten. Der Schutz deiner Daten ist uns wichtig. Deshalb betreiben wir selbst einen Blog, nutzen die Reichweite unserer Mitglieder und setzen auf soziale Netzwerke, die kein Interesse an den Daten der Nutzenden haben.

Wenn ihr als Organisation vor den selben Entscheidungen steht, überlegt euch:

  • Wollt ihr das rechtliche Risiko einer eigenen Seite bei LinkedIn, Facebook etc. eingehen?
  • Wie wichtig ist euch der Schutz der Daten euer Interessenten?
  • Wollt ihr soziale Netzwerke mit euren Inhalten attraktiver machen?
  • Wollt ihr einen eigenen Blog betreiben?

Fragt uns gerne um Unterstützung oder erzählt uns euren Weg oder eure Überlegungen und helft damit anderen!