Im letzten Beitrag haben wir uns damit beschäftigt, ob dein altes Laptop für Linux geeignet ist. Du hast herausgefunden, dass Linux auf älteren Geräten oft hervorragend läuft und eine Neuanschaffung nicht unbedingt erforderlich ist. Aber was ist, wenn du trotzdem ein neues Gerät kaufen möchtest oder ein zweites Laptop für die Familie benötigst?

In diesem Beitrag möchte ich dir dabei helfen, das richtige Gerät für deine Bedürfnisse zu finden und aufzuzeigen, welche Aspekte du bei der Auswahl eines neuen Laptops oder Desktop-PCs für Linux beachten solltest. Dabei werden wir uns sowohl mit den technischen Anforderungen als auch mit den individuellen Bedürfnissen auseinandersetzen, die je nach Einsatzgebiet variieren können. Lass uns also in die Welt der Linux-kompatiblen Geräte eintauchen und gemeinsam das optimale Gerät für dich finden!

Neuer Rechner, aber welcher?

Die Auswahl an Laptop-Herstellern und Modellen ist riesig. Nach gründlicher Recherche wird klar, dass es „den richtigen“ Laptop nicht gibt. Kompatibilitätsprobleme mit Linux sind kaum vorhanden. Das Gerät sollte daher in erster Linie deinen Anforderungen entsprechen. Folgende Aspekte solltest du bei deiner Entscheidung berücksichtigen:

  • Arbeitsspeicher/RAM: Für gängige Anwendungen wie Surfen, E-Mail und Office-Arbeiten sind 8 GB völlig ausreichend. Für die Bearbeitung sehr großer Dateien oder für Power-User, die stets viele Programme offen haben, sind 16 GB oder 32 GB sinnvoll.
  • Festplatten-/Datenspeicher: Wenn du deine relevanten Daten in der Cloud oder auf externen Speichern aufbewahrst, sind 256 GB ausreichend. Eine SSD-Festplatte bietet sich an, da sie schneller ist und bei Erschütterungen nicht beschädigt wird. HDD-Festplatten sind zwar günstiger, aber sie arbeiten mechanisch und sind anfällig für Erschütterungen. Wenn du viele lokale Daten speicherst, zum Beispiel Filme oder Rohbilder, kann eine Hybridfestplatte mit SSD- und HDD-Anteil und 1 TB oder mehr Speicherplatz sinnvoll sein.
  • Überlege, ob du ein kleines, handliches und mobiles Laptop bevorzugst – 12“ sind dafür ausreichend. Allerdings ist das recht klein, und bei größerer Schrift bietet sich eher eine 16“-Diagonale an. Zudem solltest du die Möglichkeit zum Anschluss eines externen, größeren Bildschirms über HDMI oder USB-C in Betracht ziehen, insbesondere wenn das Laptop den Desktop ersetzen soll. Bei USB-C ist das Zauberwort „Thunderbolt“ – ein Anschluss, über den auch Bildschirme angeschlossen werden können.
  • Weitere Anschlüsse: USB 2 für die üblichen Geräte, wie Kamera und Drucker, und das schnellere USB 3 (blau) für externe Festplatten, Memory Stick – USB 2-Geräte funktionieren auch mit USB-3. USB-C zum laden bzw. mit dem Zusatz Thunderbolt für eine Dockingstation oder den Bildschirm. Überlege, welche Anschlüsse für dich notwendig sind.
  • WLAN-Schnittstelle für kabelloses Internet oder eine RJ-45-Buchse für kabelgebundenen Zugang. Bei manchen Laptops wird die RJ-45-Buchse weggelassen, aber für den Ersatz eines Desktop-Rechners ist sie oft schneller und somit wichtig.
  • Bluetooth für kabellose Maus, Tastatur oder Headset.
  • Eingebaute Kamera, Mikrofon und Lautsprecher.

Je nach Nutzungszweck können auch andere Kriterien entscheidend sein, wie zum Beispiel:

  • Leistungsfähige CPU für rechenintensive Aufgaben.
  • Leistungsfähiger Grafikprozessor mit hoher Speicherkapazität für Spiele.
  • Hohe Auflösung oder Farbechtheit des Bildschirms für Bild- und Videobearbeitung.
  • Hohe Akkulaufzeit, sodass das Notebook einen Arbeitstag ohne Stromversorgung genutzt werden kann.
  • Gewicht und Dicke, einfach für unterwegs.

Mit diesen Kriterien kannst du deine Suche eingrenzen und wirst vermutlich immer noch eine Vielzahl von Geräten finden, die deinen Anforderungen gerecht werden. In der Regel läuft Linux auf den meisten Geräten, sodass das Betriebssystem nicht der einschränkende Faktor sein wird. Nach Erhalt des Geräts hast du noch Zeit, die Kompatibilität mit einem Live-Stick zu testen und das Gerät im schlimmsten Fall zurückzusenden. Einige Linux-Distributionen bieten sogenannte Kompatibilitätslisten an, in denen du nachschauen kannst, ob die Hardware mit dem Betriebssystem funktioniert. Für Ubuntu gibt es beispielsweise eine englischsprachige Liste von „zertifizierter“ Hardware. Aber wie bereits erwähnt, selbst wenn der Rechner nicht aufgelistet ist, wird Linux höchstwahrscheinlich problemlos laufen.

In meinem Fall hat alles reibungslos funktioniert. Nach Erhalt des bestellten Laptops habe ich es zunächst getestet und anschließend Linux installiert. Alles hat einwandfrei geklappt. Wenn du auf Nummer sicher gehen möchtest, gibt es auch Händler, die Linux vorinstallieren und Support anbieten. Eine Suche nach „Linux Laptop“ führt dich zu entsprechenden Anbietern.

Fazit

Ob Du Dein altes Laptop behalten oder ein neues mit Linux kaufen solltest, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wenn Du Deinen Laptop hauptsächlich für einfache Anwendungen wie Surfen, E-Mail und Office-Arbeiten nutzt, reicht ein älteres Modell oft aus. Bei dem Kauf eines neuen Rechners kommt es vor allem auf deine speziellen Bedürfnisse an und auf Linux muss nicht geachtet werden – es gibt sogar Händler, die Linux vorinstallieren. Ich hoffe, dieser Beitrag konnte dir bei deiner Entscheidung helfen. In weiteren Beiträgen werde ich näher auf die Installation und Nutzung von Linux auf meinem neuen Laptop eingehen.